Die brasilianische Liegetechnik: Nie wieder Rückenschmerzen
Wer zum ersten Mal in eine Hängematte steigt, macht oft intuitiv alles falsch: Man legt sich der Länge nach hinein – wie eine Banane. Das Ergebnis? Der Rücken ist krumm, die Schultern werden zusammengedrückt und der Stoff schließt sich über dem Gesicht wie ein Kokon. Nach 10 Minuten zwickt es im Kreuz.
Die Profis in Südamerika machen es anders: Sie nutzen die Diagonallage. Lege dich quer in die Hängematte, sodass dein Kopf und deine Füße jeweils in Richtung einer Ecke zeigen (ca. 30-45 Grad Winkel). Der Effekt ist verblüffend: Durch das diagonale Liegen spannt dein Körper den Stoff auf. Die Liegefläche wird fast komplett flach, ähnlich wie bei einer Matratze. Dein Rücken bleibt gerade und wird dennoch überall gestützt. In dieser Position kannst du stundenlang schlafen, lesen oder sogar auf der Seite liegen.
Tuch- oder Stabhängematte: Der ewige Kampf
Dies ist die Gretchenfrage beim Kauf. Die Stabhängematte (mit den Holzleisten an den Enden) sieht im Garten unschlagbar gut aus. Sie hängt immer straff und lädt förmlich zum Hineinlegen ein. Ihr großer Vorteil: Sie wirft keinen Schatten, du bekommst also überall Sonne ab. Ihr Nachteil: Sie ist kippelig! Der Schwerpunkt liegt hoch, eine falsche Bewegung und du landest im Gras. Die brasilianische Liegetechnik funktioniert hier nicht.
Die Tuchhängematte (ohne Stab) sieht unbenutzt eher unscheinbar aus, da sie wie ein Sack herunterhängt. Doch sobald du drin liegst (diagonal!), entfaltet sie ihren Komfort. Sie ist extrem kippsicher – man kann kaum herausfallen, was sie zur ersten Wahl für Familien mit Kindern macht. Zudem ist sie leichter zu waschen (ab in die Maschine) und zu verstauen.
Die perfekte Aufhängung: Die Formel für den Durchhang
Hängt sie zu straff, ist sie unbequem. Hängt sie zu locker, schleifst du mit dem Po am Boden. Wie findet man die goldene Mitte? Für klassische Tuchhängematten gibt es eine einfache Faustformel: y = x / 2.
Das bedeutet: Die Höhe der Aufhängepunkte (y) sollte etwa die Hälfte des horizontalen Abstands (x) betragen. Beispiel: Wenn deine Bäume 4 Meter auseinander stehen, befestige die Gurte in ca. 2 Metern Höhe. Die Hängematte sollte leer einen tiefen Bogen beschreiben, wie der untere Teil einer Banane. Nur so hast du genug Stoff-Reserven, um dich diagonal hineinzulegen.
Material-Check: Baumwolle vs. Fallschirmseide
Für den heimischen Garten ist Baumwolle (oder ein Kunstfaser-Gemisch wie EllTex) immer noch der König. Der Stoff ist dick, weich, wärmt leicht und fühlt sich natürlich auf der Haut an. Allerdings: Baumwolle ist schwer und trocknet langsam. Eine nasse Baumwollmatte wiegt gefühlt eine Tonne.
Für Backpacker und Reisende gibt es daher Reisehängematten aus Fallschirmseide (Nylon/Polyamid). Dieses Material ist dünn wie Papier, aber reißfest wie ein Sicherheitsgurt. Eine solche Matte wiegt oft nur 300-500 Gramm und passt in die Hosentasche. Sie nimmt keine Feuchtigkeit auf und ist nach einem Regenschauer in Minuten trocken. Nachteil: Der Stoff ist rutschig und kühlt bei Wind schnell aus.
Waschen & Pflege: So bleibt sie frisch
Eine Hängematte ist ein Gebrauchsgegenstand. Schweiß, Sonnencreme und Gartenschmutz setzen ihr zu. Die gute Nachricht: Tuchhängematten ohne Stab und Reisehängematten kannst du meistens einfach in die Waschmaschine stecken (30°C Schonwaschgang). Wichtig: Binde die Aufhängeschnüre vorher mit einem Haargummi oder einer Kordel zusammen, sonst kommen sie als unlösbares Knäuel aus der Maschine!
Stabhängematten darfst du meist nur per Hand waschen, da die Holzstäbe nicht abnehmbar sind und in der Maschine aufquellen oder die Trommel beschädigen würden. Egal welches Modell: Der Trockner ist tabu! Häng sie einfach nass auf, das Eigengewicht zieht sie beim Trocknen wieder glatt in Form.